Nun ist er auch in den Berliner Kinos gelaufen, der neue Bond, und schon wieder schwärmen die selbsternannten Kritiker von der Einmaligkeit und besonderen Ästhetik dieses Streifens. Ich muss Euch sagen: Ich bin auch dieses Mal ziemlich enttäuscht und ich bin mit meiner Meinung nicht allein. Wo bitte ist eigentlich der Reiz geblieben, den diese Filme immer ausmachten? Wo die Ironie, die besondere Eleganz und Fertigkeit? Heute erscheinen mir diese Movies wie Filme vor Reißbrett, mit endloser Ballerei, geradezu stupide langweiligen Frauen und einem Helden, der sich zwar alle Mühe gibt, für den aber irgendwie kein richtiger Drehbuchansatz gefunden werden will. Und dabei ist dieser dritte Teil mit Daniel Craig noch der beste! Wer den Film davor (Ein Quantum Trost) gesehen hat, der hat sich vielleicht auch gefragt, was daran nun so besonders gewesen sein soll? Vergessen wir nicht: James Bond war immer ein Stück Filmgeschichte und die Streifen wiesen immer Elemente auf, die sonst bei Vergleichbarem kaum vorhanden waren. Heute freilich gleichen die Abenteuer von 007 ähnlichen Versuchen wie ein Ei dem anderen, der Witz (und damit die dem Agenten so beispiellos eigene Verachtung) sind fast verschwunden, es ist irgendwie alles vorhersehbar. Erinnern wir uns doch mal an jene unfassbar gefährlichen Gegner, die voller böser Absichten die Welt angriffen und verwüsteten, die so mächtig waren, dass sie eben nur ein Mann aufhalten konnte – der beste Agent der Welt! Das war richtige Fantasie, gewürzt mit technischer Rafinesse und derbem Humor. Wenn 007 zu Beginn so austauschbar gewesen wäre wie heute, hätte die Reihe wohl niemals so lange durchgehalten. Klar, ich gebe zu, dass es in dieser so schnellen Welt immer schwieriger wird, sich nachhaltig zu positionieren und ich will hier auch keinem Anhänger dieser neuen Machart auf die Füße treten. Aber selbst in meinem Bekanntenkreis finde ich nur noch wenige Fans und die meisten gehen nur noch ins Kino, weil „ es halt der neue Bond.“ Und das ist meiner Meinung nach irgendwie pervers! Wir wollen uns doch unterhalten und – das wird eben oft vergessen – weiterbilden, wenn wir im Kino sitzen und auf den Beginn eines Films warten. Gute Filme reflektieren irgendeinen Aspekt des Alltags, der Fantasie und der Hoffnungen, die diese Welt bewegen, völlig egal, ob es sich dabei um ein Drama oder um eine Komödie handelt. Bei Bond hingegen geht es scheinbar nur noch um Kasse machen mit geringstem Aufwand. Einen Action – Film zu produzieren ist ja nicht so schwer und wenn man nur genug herumballern lässt, ist die Story auch mal nicht so wichtig. Dieses Prinzip scheint nun auch zu gelten, doch wenn bei 007 die Ironie verschwindet, bleibt bei diesem Format sonst nicht mehr viel übrig. Schaut Euch den Streifen ruhig an und vergleicht ihn mal mit dem, was ihr vielleicht erwartet habt. Wenn ihr Euch bestäigt fühlt, gut, wenn nicht, dann äußert Euch kritisch! Denn es wäre doch schade, wenn wir uns als Zuschauer auch dieses Diktat aus den Filmstudios ohne Kritik aufschwatzen ließen.